Verloren im Netz ?

Portale, Suchmaschinen und Verzeichnisse

 

Präsent — doch nicht bekannt?

Zusammenfassung

Webagentur

Suchmaschinen

Portale

Berufsverbände

Das Portal - Marktplatz im Netz

Nutzen des Portals für Anbieter

Am Anfang ist die Suchmaschine

Suchmaschinen Optimierung

Flagge zeigen: Bannerwerbung



   

Präsent - doch nicht bekannt?

Sie haben eine Homepage, die sich sehen lassen kann. Ihre Präsentation ist zielgerichtet, durchdacht und überzeugend. Jeder Besucher - hat er den Weg erst einmal zu Ihnen gefunden - wird sicher bald zu Ihren Stammkunden gehören. Jetzt stellt sich die entscheidende Frage: Wie bringe ich diese qualifizierten Kunden auf meine Homepage?

Sie verbreiten Ihre Webadresse (URL) auf sämtlichen Medien: Visitenkarten, Briefpapier, Werbeanzeigen, Heckscheibe, gelbe Seiten, über Ihren Verband, auf Werbemitteln etc... Doch alle diese Medien haben eines gemeinsam: die begrenzte Reichweite. Ausgerechnet das Medium mit der größten Flächendeckung - das Internet - weist keinerlei Regeln zum Auffinden von Web-Adressen auf.

Auf den ersten Blick herrscht hier gar das absolute Chaos: Anfang 2003 sind 90 Top-Level Domains (.de,.com etc...) aktiv. Mehr als 6 Millionen angemeldete URLs gibt es allein in Deutschland. Ungefähr 19 Millionen Server tummeln sich im Netz und mehr als 7 Milliarden Seiten sind Online. Um in diesem Dschungel überhaupt noch irgendeine halbwegs vernünftige Information zu erhalten gibt es im wesentlichen zwei Möglichkeiten:

Sie nutzen ein themenspezifisches Portal oder Sie machen das, was 95% der Anwender in solchen Fällen als erstes tun: Sie rufen eine Suchmaschine oder einen Verzeichnisdienst auf.

Um die Vor- und Nachteile der Methoden aus Sicht des Anbieters bzw. Homepagebetreibers deutlich zu machen, betrachten wir im folgenden das Beispiel eines Anwenders, der in Sachen Steuerrecht einen örtlichen Rechtsanwalt zur Unterstützung sucht.



   

Portale

Ein themenspezifisches Portal ist von Natur aus selektiv und schränkt die Suchmöglichkeiten auf das Wesentliche ein - nämlich z.B. auf eine bestimmte Branche oder eine bestimmte Warengruppe. Wer ein Portal zur Rechtsanwaltssuche benutzt ist sicher wenig an Baustoffen interessiert. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil für den Anbieter, da dieser Umstand ihm nur qualifizierte Besucher auf seine Homepage bringt. Doch hier beginnt ein anderes Problem: Wie erreiche ich das Portal, wenn ich doch dessen URL noch gar nicht kenne? Gut dass es die Suchmaschine gibt! Doch die Antwort der Suchmaschine führt direkt zum nächsten Problem: Portale gibt es sprichwörtlich wie Sand am Meer - und jedermann kann morgen ein neues Portal publizieren.

Die Qualität eines Portals - gemessen an der Relevanz der Suchergebnisse - hängt im wesentlichen vom Adressbestand des Betreibers ab. Die Palette reicht vom Möchtegernportal für die befreundeten Gewerbetreibenden aus dem Bekanntenkreis bis zur professionellen, umfassenden Adress- und Themensammlung. Hier hilft nur die gute alte "Trial & Error" Methode: Solange die Suchbegriffe variieren und durch zusätzliche Begriffe kontinuierlich einschränken bis die Qualität der Information zunimmt. Irgendwann hat man dann ein "Anwaltssuchportal" seines Vertrauens gefunden und kann seine Abfrage nach dem regionalen Fachanwalt machen. Sicher erhält man auf diese Art irgendwann auch eine Adresse und eine Telefonnummer - und mit etwas Glück sogar die eine oder andere Anwalts- Homepage auf der man sich ein besseres Bild vom Rechtsanwalt und seinen Qualitäten machen kann. Doch eine Unsicherheit bleibt in jedem Fall: Wer sagt uns denn, dass es nicht einen viel geeigneteren Dienstleister gleich um die Ecke gibt? Schließlich ist ein Portal kein Telefonbuch, in dem jede Adresse verzeichnet ist sondern die Aufnahme der Adresse beruht i.d.R. auf der Initiative von einzelnen. Und wie gesagt: Das Internet strotzt nur so vor Portalen...

Akzeptiert man die Portalvielfalt und den Umstand, dass die aufgefundenen Adressen nur eine relativ willkürliche Untermenge der ansässigen Dienstleister widerspiegeln, so ist man mit dieser Methode sicher nicht unbedingt schlecht bedient.

Kommen wir zu unserem Beispiel des Kundens zurück, der auf der Suche nach einem geeigneten Rechtsbeistand das Internet bemüht. Der Markt für Mandanten ist besonders stark umkämpft. Wie in jedem anderen gesättigten Markt ruft dies Zeitgenossen auf den Plan, deren Geschäftsmodell auf den Bedarf der Anbieter aufbaut, möglichst viele potentielle Kunden zu erreichen. Zuerst wird ein neues Anwaltssuchportal eröffnet. Ist erst einmal ein gewisser Adressbestand vorhanden, ist die trivialste Möglichkeit eines "geldwerten Mehrwerts" die Rangfolge der Ergebnisse als Mehrwert zu vermarkten. Dem Ratsuchenden werden die Suchergebnisse seiner Anwaltsabfrage einfach analog zur Zahlungsbereitschaft der Kanzleien präsentiert. Die großzügigste Kanzlei erscheint damit auf dem besten Platz und erhält dadurch die meisten Besuche von Interessenten.

Und damit das Ganze auch noch dem kritischen Blick der Moralisten unter uns standhält, wird natürlich nicht direkt Geld für das sog. Ranking verlangt. Stattdessen wird eine Schleife in der "Wertschöpfungskette" gezogen: Natürlich nur im Interesse und zum Wohle des Ratsuchenden werden die für ihn interessanteren Anwälte - nämlich die mit eigener Homepage - vor alle anderen Adressen gestellt. Sofort wird jeder verstehen, dass dies seitens des Portalbetreibers zusätzliche Kosten verursacht, die natürlich der Kanzlei als Nutznießer des zusätzlichen Mandantenstroms in Rechnung gestellt werden müssen. Stark vereinfacht ist dies das Geschäftsmodell vieler Portalbetreiber. Auch das ist sicher absolut in Ordnung: Niemand wird zu irgendetwas gezwungen und in der Wirtschaft ist es auch anderorten üblich, dass höhere Werbeausgaben publikumswirksamere Aktionen erlauben, die in der Folge oft auch die besseren Umsätze nach sich ziehen. Die Titelseite der Bild Zeitung ist sicher auch werbewirksamer als die Kleinanzeige im Amtsblatt - ob die 74ste Portalseite zum Auffinden von Anwälten im Internet von ihrem Bekanntheitsgrad jedoch einer Auflage der Bildzeitung entspricht sei dahingestellt...

Welche Informationen hat nun der Anwender via Portalsuche sammeln können?

Die Kanzlei ist zwar nicht unbedingt die näheste aber zumindest ortsansässig und der Anwalt ist vielleicht nicht der beste und sympathischste aber zumindest auf Steuerrecht spezialisiert. Das ist ein durchaus befriedigendes Ergebnis! Und wem das nicht genügt, der kann immer noch ein anderes Portal benutzen...


   

Nutzen des Portals für den Anbieter

Abhängig von der Popularität des Portals kann der Anbieter mehr Ratsuchende auf seine Homepage aufmerksam machen und damit ggf. mehr Neukunden gewinnen. Inwiefern sich die Investition in den Link im Portal auszahlt hängt in erster Linie von den Werbemaßnahmen des Portalbetreibers ab. Letztlich ist sein Marktanteil entscheidend. Neutrale Marktanalysen sucht man jedoch meist vergebens. Um sich selbst ein Urteil über die Popularität eines Portals machen zu können kann man sich in die Rolle eines "unbedarften Anwaltssuchers" versetzen. Wählen Sie zwei bis drei Begriffe (z.B.: "Rechtsanwalt Steuerrecht Mannheim" oder "Anwalt suchen" o.ä.), geben Sie diese in zwei bis drei populäre Suchmaschinen ein und analysieren Sie die Ergebnisse. Ihr "Portal der Wahl" sollte in jedem Falle unter den ersten 10 Ergebnissen auftauchen. Die folgenden Plätze werden erfahrungsgemäß kaum beachtet.

Spätestens an dieser Stelle drängt sich die Frage auf, wozu man denn noch ein Portal braucht wenn es doch die Suchmaschinen gibt. Portale haben gegenüber Suchmaschinen den großen Vorteil, dass die Interessen der Besucher weitestgehend komplementär oder deckungsgleich sind. Wird z.B. der Begriff "Granulate" in einem Einkaufsportal eingegeben, dann will der Anwender sehr wahrscheinlich die Granulate kaufen. Der gleiche Begriff in der Suchmaschine kann auch auf einen fleißigen Schüler zurückzuführen sein, der seinem Chemielehrer mit einem fundierten Aufsatz zum Thema "anorganische Chemie" beeindrucken will. Im ersteren Fall bahnt sich ein Geschäft an - letzteren bleibt die Transaktion auf der Ebene der Information. Portale sind also für die Beteiligten prinzipiell zielführender und damit effizienter. Grundvorraussetzung für den Sinn einer Firmenpräsenz im Portal ist jedoch dessen Bekanntheitsgrad bzw. die Präsenz eines Einstiegspunktes (Link) für suchende Kunden. Denn Neukunden kennen i.d.R. weder das Portal noch dessen URL.



   

Suchmaschinen

Um dem Chaos im Netz Struktur zu verleihen gab es bereits sehr früh schon Verzeichnisdienste für das Web, bei denen man seine URL themenspezifisch anmelden konnte. Die Verzeichnisdienste werden meist von Redakteuren akkurat gepflegt. Dies führt zu einer hohen Qualität der Einträge. In Anbetracht des kontinuierlich wachsenden Berges von ca. 7 Milliarden sich ständig ändernden Online-Seiten sind die Redakteure sicher nicht um ihre Aufgabe zu beneiden. Erfolgversprechender als die Qualifizierung aller URLs wäre es sicher eine eingeseifte Sau am Schwanz zu packen.

Suchmaschinen legen weniger Wert auf Qualität als auf Quantität. Praktisch jede angemeldete URL wird in die Datenbank aufgenommen, von den sog. Spidern in unregelmäßigen Abständen besucht, auf Stichworte hin analysiert und im Index entsprechend gepflegt. Das alles geschieht - bis auf die erstmalige Bekanntgabe der URL durch den jeweiligen Webmaster - ohne menschliches Zutun. Somit wird eine hohe Flächendurchdringung des Internets gewährleistet. Des einen Freud ist auch hier des anderen Leid: Statt Mangel kommt es dann zum Überfluss. Ein Listing unter den ersten Plätzen ist heute ohne weiteres nur noch mit exotischen Produkten möglich. Wenn Sie Hersteller eines "Warzeneimerscheunendachs" sind haben Sie Glück: Mit wenig Aufwand ist Ihnen der erste Platz bei gleichlautenden Anfragen sicher.

Suchmaschine Marktanteil
Google 56,10%
Yahoo 9,10%
MSN Web Suche 7,80%
Lycos 4,40%
T-Online 4,10%
Fireball 3,60%
Web.de 3,00%
Altavista 2,00%
AOL Suche 1,70%
Quelle: Netbooster, Feb 2003

Doch eher wahrscheinlich ist, dass Ihre Produkte und Dienstleistungen in gleicher oder ähnlicher Weise auch von anderen angeboten werden. Dabei nützt es leider auch wenig, wenn Sie sich besondere Mühe bei der Artikulation Ihrer Alleinstellungsmerkmale machen: Nach WAS gesucht wird bestimmt bei Suchmaschinen stets der Suchende. Ihre Alleinstellungsmerkmale können Sie allein auf Ihrer Homepage - NACHDEM Sie gefunden wurden - in die Waagschale werfen. Die Suchmaschine "Google" spuckt beispielsweise auf die Suchanfrage "Rechtsanwalt Steuerrecht" ca. 11.300 URLs aus. Fügt man nun noch eine Stadt hinzu bleiben immerhin noch mehrere hundert. Da Ratsuchende i.d.R. nicht mehr als 3 Suchbegriffe eingeben ist hier guter Rat teuer. Doch was die Portalbetreiber können, kann der Suchmaschineninhaber schon lange: Mit etwas monitärer Zuwendung lässt sich auch die Position im Index deutlich verbessern bzw. eine Zielgruppenspezifische Werbung schalten.

Interessante Konzepte bietet z.B. die Suchmaschine Google an. Mit knapp 60% Marktanteil (siehe Tabelle) ist Google die mit Abstand marktführende Suchmaschine. Bei Google erhalten Anbieter die Möglichkeit Werbung abhängig von den eingegebenen Suchbegriffen einzublenden. Die Eingabe von "anwalt" oder "Rechtsanwalt" führt im Februar 2003 grundsätzlich zur Einblendung des Links zu "anwalt24.de". Ähnliche Resultate erhält man bei den anderen bekannten Suchmaschinen. "anwalt24.de" ist ein Anwaltssuchportal. Durch die Werbemaßnahmen bei den Suchmaschinen ist sichergestellt, dass die Mehrheit aller Anwaltssuchenden den Einstieg in das Portal "Anwalt24.de" finden. Diese prominenten Links sind oft sehr teuer und für einzelne Kanzleien indiskutabel.

Das Konzept der gesponsorten Links bei Suchmaschinen als Einstieg in ein themenspezifisches Portal ist sicher das effizienteste, da sich die hohen Werbekosten auf alle Mitglieder des Portals aufteilen.

Soweit die Theorie.

Da die Portalbetreiber jedoch eher kommerzielle als altruistische Interessen verfolgen, steht der Mitgliedsbeitrag nicht zwangsläufig in Relation zum Kostenanteil der Marketingmaßnahmen. Jedes Mitglied sollte daher eine entsprechende Kosten-/ Nutzenrechnung für seine Präsenz in einem Portal aufstellen und diese regelmäßig überprüfen. Hilfreich sind dabei Angaben des Portalbetreibers zu den Klickraten auf die eigene Adresse (sofern man keine eigene Homepage besitzt, mit der man dies selbst überprüfen könnte). Grundsätzlich sollte man anfänglich möglichst kurze Vertragslaufzeiten vereinbaren. Es gibt auch Alternativen:

Google bietet z.B. auch ein Link-Programm für den "kleineren Geldbeutel" an. Hier werden kleine Anzeigen mit Verlinkung abhängig vom Suchbegriff am rechten Bildschirmrand angezeigt. Die Position wird auf Basis mehrerer Parameter bestimmt. Im wesentlichen hängt sie jedoch von dem Betrag ab, den man bereit ist für einen "Klick" zu zahlen. Bei nur wenigen Mitbewerbern ist man bereits sehr günstig mit dabei (ein paar Cent pro Besucher). Ist man jedoch z.B. ein Rechtsanwalt, so sieht man sich mit ca. 54.000 deutschen Berufskollegen konfrontiert. Sicher sind nicht alle auch im Netz präsent - doch es werden täglich mehr. Je mehr Anwälte das Google Ad-Words Linkprogramm für Ihre Kanzleiwerbung nutzen, um so teurer wird es einen prominenten Platz zu ergattern. Insbesondere weil Google Ad-Words nur eine Einblendung basierend auf maximal zwei Suchbegriffen zulässt. Bei dem Beispiel "Anwaltssuche" wären jedoch drei Begriffe wünschenswert: "Anwalt", "Steuerrecht" und "Wohnort".

Trotz des kleinen Mankos ist "Google AdWords" ein gutes Marketingtool, wenn man von den Portalbetreibern unabhängig bleiben will und den maximal möglichen Kundenkreis erreichen möchte.

Im übrigen betreiben viele Berufsverbände eigene Suchmaschinen, die dem Ratsuchenden Mitgliedsadressen nebst Link zur Homepage nach diversen Suchkriterien anbieten. Gerade Vereine und Verbände sind in der Lage das Konzept der gesponsorten Links auf die eigene Portalseite ohne eigene kommerzielle Interessen kostengünstig im Sinne aller Mitglieder umzusetzen.



   

Suchmaschinen Optimierung

Die jüngste Ergänzung des Web Dienstleistungskatalogs ist die Suchmaschinen Optimierung. Gemeint ist damit die Optimierung einer Homepage mit dem Ziel das Ranking bei Suchmaschinen zu verbessern. Vorwiegend kleinere Unternehmen spezialisieren sich auf die Optimierung des Rankings. Oft werden mehrere begleitende Marketingmaßnahmen im Rahmen einer ganzen Kampagne zur Steigerung des Bekanntheitsgrads einbezogen. Diese Leistungen werden daher auch meist von größeren bzw. vom Internet abhängigen Unternehmen in Anspruch genommen. Wird diese Aufgabe seriös betrieben, so ist damit ein hoher kontinuierlicher Aufwand verbunden. Täglich werden neue Sites in den Index aufgenommen, ältere werden entfernt oder geändert und darüber hinaus passen die Suchmaschinen ihren Algorithmus auch noch ständig an - nicht zuletzt um sog. "Suchmaschinen Spamming" zu verhindern. Heute Platz 5 kann daher morgen schon Platz 25 sein.

Ein seriöser Anbieter versucht Ihre Homepage unter die ersten beiden Seiten bei den Ergebnissen der wichtigsten Suchmaschinen zu bringen. Er benötigt dazu mehrere Monate kontinuierliche Betreuung, mindestens jedoch 6-8 Wochen bei Investition in entsprechende Services. Damit die Position erhalten bleibt, muss kontinuierlich weiter investiert werden. Das Versprechen "in 24 Stunden unter die Top-10" erhalten Sie von keinem seriöser Anbieter. Da die Ergebnisliste der Suchmaschinen von der Formulierung der Anfrage abhängt, ist es sicher kein Problem JEDE angemeldete Site sogar auf Platz 1 erscheinen zu lassen. Sie müssen die Anfrage nur entsprechend formulieren: "Rechtsanwalt Martin Seefelder Schanzgasse 3a Mannheim". Dann setzen Sie noch diese Adresse auf die entsprechende Homepage - und schon ist Ihnen die beste Position gewiss! Leider ist dies in der Praxis wenig hilfreich, denn Sie werden nur von demjenigen gefunden, der Sie ja sowieso schon kennt.

Es gibt bestimmte Grundregeln für die Gestaltung einer Site, die beachtet werden sollten damit die Homepage überhaupt in den großen Suchmaschinen gelistet wird. Das betrifft die Seitentitel, Anzahl, Position und Dichte der Schlüsselbegriffe als auch bestimmte Regeln der Gestaltung und dem Umgang mit HTML-Tags. Jede seriöse Webagentur wird diese Regeln bei Bedarf bereits während der Erstellung einer Homepage entsprechend berücksichtigen und Sie gleich bei den wichtigsten Verzeichnissen eintragen. Sie sollten dies auf jedem Fall vor Auftragsvergabe einfordern.

Ein besonders wichtiges Kriterium für die Position im Index der Suchmaschinen ist oft - wie im "richtigen" Leben - die Anzahl der Empfehlungen relevanter(!) Sites im Netz. D.h. jedes Link zu Ihrer Homepage von einer anderen - als qualitativ und themenbezogen eingeschätzten Seite- verbessert ihre Index-Position. Für eine gute Position empfiehlt es sich also möglichst viele Geschäftspartner um entsprechende "Verlinkung" zu bitten. Neben all den Tricks und Kniffen gilt noch immer für alle Suchmaschinen als wichtigstes Kriterium: Textumfang und Aktualität. Aber selbst bei Einhaltung aller Regeln: Erwarten Sie keine Wunder und vergessen Sie bei all der Suchmaschinenoptimierung nicht das Erlebnis Ihres potentiellen Kunden! Was Suchmaschinen ganz besonders gefällt, kann bei den Kunden leicht Zweifel an Ihrem Geschmack aufkommen lassen: Suchmaschinen sind reine Text- und Code-Fetischisten. Die Wirkung eines noch so überzeugenden Designs verpufft vor dem "Auge" einer Suchmaschine völlig wirkungslos.

Bei speziellen Optimierungsmaßnahmen und Marketingkampagnen sollte vor allem darauf geachtet werden, dass der Aufwand noch in vernünftigem Verhältnis zum Nutzen steht und dass es sich beim Anbieter um eine seriöse Agentur handelt. Seien Sie besonders kritisch gegenüber Anbietern, die mit "besonderen Tricks" eine bessere Position versprechen. Die meisten "Tricks" sind in Fachkreisen bereits bekannt und werden im besten Fall von der Suchmaschine einfach ignoriert. Doch selbst wenn ein Trick einmal funktionieren sollte: Suchmaschinenbetreiber mögen keine "Tricks", die Ihnen letztlich Kundenzufriedenheit und damit Werbeeinbußen kosten können. Die Suchalgorithmen werden daher kontinuierlich angepasst. So kann eine "trickreiche" Nummer 1 im Index vier Wochen später sogar vollständig aus dem Index verschwinden und stattdessen in der "schwarzen Liste" des Suchmaschinenbetreibers auftauchen. Hier hilft dann nur noch Verhandeln — doch mit wem?


   

Bannerwerbung

Banner sind mehr oder weniger kleine Werbeeinblendungen auf den Homepages verschiedener Betreiber. Oft haben die Einblendungen keinen statischen Inhalt sondern werden in einer Art Ringtausch zwischen den Mitgliedern gewechselt, so dass diese gegenseitig für sich Werbung machen. Diese sog. "Banner-Ringe" haben im Wesentlichen zwei Vorteile: Die Werbenachricht erfährt eine größere Verbreitung und durch die diversen Links fremder Seiten und auf Ihre Seite steigt die sog. "Linkpopularität", die Ihnen weitere Pluspunkte im Index der Suchmaschinen gewährleisten.

So argumentieren viele Anbieter von Banner-Ringen.

Doch auch Banner-Ringe haben zwei Seiten: Auch auf Ihrer Homepage werben andere Unternehmen. Sie haben keinerlei Einfluss auf deren Auswahl und die Inhalte der Banner. Auch hat die größere Verbreitung Ihrer Werbeaussage nur bedingte Wirkung: Banner werden immer weniger beachtet und die Zielgruppe ist in der Regel nicht eingegrenzt also nicht qualifiziert. Auch der Suchmaschinenvorteil hinsichtlich der Linkpopularität ist mittlerweile nur noch in sehr geringem Maße gegeben, da viele Suchmaschinen nur dann entscheidende Pluspunkte vergeben, wenn die verlinkten Seiten themenverwand sind.

Bannerwerbung sollte daher nur sehr gezielt eingesetzt werden. Bewerten Sie die Attraktivität eines Angebots nach der Popularität der angebotenen Werbefläche für Ihre Zielgruppe und / oder der Affinität zu Ihren Themen / Produkten. Fremdgesteuerte Bannerwerbung auf Ihrer Homepage sollten Sie ganz besonders kritisch beurteilen. Zum Nachweis des "Return of Investment" ist eine Erfolgskontrolle zwingend erforderlich!



   

Zusammenfassung

Zur Präsentation Ihrer Leistungsfähigkeit und damit zum Werben von Neukunden ist die eigene Homepage unter eigener Internetadresse (URL) die erste Wahl. Nur hier genießen Sie sämtliche Freiheiten zur werblichen Darstellung Ihrer Unterscheidungsmerkmale zum Wettbewerb.

Gefunden werden Sie entweder über Portale oder Suchmaschinen. Suchmaschinen sind der erste Einstieg Ihres zukünftigen Kunden. Entweder kann man Sie dort auf der ersten Seite finden (Idealfall) oder Sie gehören einer Organisation an, die hier präsent ist und ein Weiterleitung zu Ihrer Homepage unterstützt. Diese Organisation ist entweder der Betreiber eines themenspezifischen Portals, ein Berufsverband o.ä.

Je nach "Wettbewerberdichte", Branche, Suchbegriffen und Aktualisierungsgrad kann eine gute Webagentur Ihre Homepage mit moderatem Aufwand in 3-6 Monaten unter die "Top Ten" der populärsten Suchmaschinen bringen.

Eine andere Möglichkeit ist, sich einen prominenten Platz bei den Suchmaschinenbetreibern zu kaufen. Die Preise für "Top-Rankings" können sich dabei schnell im fünfstelligen Bereich bewegen und sind damit nur für den elektronischen Versandhandel, Portalbetreiber und Interessensverbände wirtschaftlich sinnvoll. Daneben gibt es jedoch auch Programme für den "kleinen" Geldbeutel wie z.B. "Ad-Words" von Google ("Pay per Click").

Kommerzielle Portalbetreiber stellen eine weitere Möglichkeit dar auf sich aufmerksam zu machen. Allerdings hängt der Erfolg in erster Linie von der Präsenz der Portalhomepage ab - insbesondere in den gängigen Suchmaschinen. Ein kommerzieller Portalbetreiber, der nicht in Suchmaschinen investiert, sollte den ROI (Return of Investment) einer Investition in seine Dienste sehr genau und nachvollziehbar erläutern können. Die angeführten Argumente sind häufig jedoch nur noch für Insider verständlich. Um die Plausibilität einschätzen zu können sollten Sie Ihre Webagentur zu Rate ziehen. Die "All-in-one" Lösung einer Homepage als integrierter Bestandteil eines Portals muss sehr genau abgewogen werden! Meist kann die Homepage dann NUR noch über das Portal erreicht werden, so dass keine unterstützenden Werbemaßnahmen greifen können und eine Abhängigkeit zum Portalbetreiber entsteht. Auch ist die Erfolgsrate kaum nachvollziehbar. Lassen Sie sich schlüssig den Nachweis zu den vorgeblichen Marktanteilen Ihres Portals erläutern. Recherchieren Sie selbst im Internet (versetzen Sie sich in die Lage eines Ihrer Kunden) und ziehen Sie ggf. Ihre Agentur zu Rate.

Eine Ausnahme im Portalreigen stellen manchmal Berufsverbände dar. Diese bieten häufig kostenlos einen Mitglieder Suchservice an. Dennoch ist auch bei Berufsverbänden die Präsenz der "Einstiegsseite" in den einschlägigen Suchmaschinen wichtigstes Kriterium für den Erfolg der "Werbung".

Erstellen Sie Ihre eigene Homepage mit eigener URL (oder geben Sie dies einer Webagentur Ihres Vertrauens in Auftrag). Unterstützen Sie Ihre Maßnahmen in jedem Fall durch Eintrag in die wichtigen Suchmaschinen. Ggf. schalten Sie ein darauf spezialisiertes Unternehmen ein. Vergewissern SIe sich, dass es sich um ein seriöses Angebot handelt (Leider gibt es in diesem "Markt der Geheimwissenschaften" viel zu viele Dampfplauderer).

Zu guter Letzt: Vergessen Sie nicht den "traditionellen" Weg: Lassen Sie Ihre URL zum festen Bestandteil Ihre Firmenadresse werden. Ergänzen Sie Ihren Briefkopf und verweisen Sie bei sämtlichen Werbeaktionen auf Ihre URL. Stellen Sie auf Ihrer Homepage ergänzende Informationen zu Papiersendungen bereit und verweisn Sie darauf. Informieren Sie alle Institutionen, die Ihre Adresse in einem Verzeichnis führen. Schließlich sind auch diese oft im Internet präsent und könnten entsprechende Links zu Ihrer Homepage berücksichtigen.